Katholische Kirchengemeinde Hubertus Wohldenberg auf Facebook

Das Mittelalter
Das bedeutendste Mitglied einer Wohldenberger Familie ist Benno von Wohldenberg. Benno, im Jahre 1010 in Hildesheim geboren, war Schüler des hl. Bernward. Als Achtzehnjähriger trat er in das Hildesheimer Benediktinerkloster St. Michael ein, dem er später als Abt vorstand. Von dort berief ihn Kaiser Heinrich III. als Domherr und Leiter der Domschule nach Goslar. Im Jahre 1066 wurde er zum Bischof von Meißen gewählt, wo er 1106 starb. 1523 wurde Benno von Papst Hadrian VI. heiliggesprochen. Herzog Albrecht von Bayern übertrug seine Gebeine 1576 nach München. Seither wird St. Benno, der Wohldenberger, als Patron von München und von Altbayern verehrt. wappen.jpg Rechts sehen Sie das Wappen der Grafen von Wohldenberg nach einer Handzeichnung aus dem Jahre 1860.

Im Jahre 1275 verkaufte die verarmte Familie der Wohldenberger ihre Burg mitsamt 15 zugehörigen Dörfern an den Hildesheimer Bischof Otto I. Wie bedeutend dieser Zugewinn für den Bischof gewesen sein muß, zeigt sein Grabmal im Kreuzgang des Hildesheimer Domes. Auf der Darstellung der Grabplatte trägt er das Modell einer Burg im Arm. Eindeutig wird dieses Burgmodell auf einer Inschrift als "Woldenberch" ausgewiesen.

Schon unter dem direkten Nachfolger Ottos I. auf dem Hildesheimer Bischofsstuhl, Siegfried II. (1279 - 1310), kam es zu ersten Verpfändungen der Burg an Adlige des Stiftes Hildesheim. Hohe Verschuldungen durch Fehden mit den benachbarten Braunschweiger Herzögen hatten den Bischof dazu gezwungen. In der Folgezeit wechselten Einlösungen durch die Bischöfe und immer neue Verpfändungen einander ab. Zeitweise verkam der Wohldenberg in dieser Zeit sogar zur Raubritterburg. Fälle von Straßenraub werden überliefert. Um 1400 wurde Aschwin von Saldern als Pfandinhaber der Burg genannt, 1412 die Ritter von Wallmoden, später dann die v. Bortfeld, die die Burg fast 100 Jahre lang als ihr Besitztum betrachteten. Der letzte der v. Bortfeld, Aschwin , ließ im Jahre 1518 die reich bebilderte Pestsäule am Weg zur Burg errichten.

Johann IV. , von 1503 - 1527 Bischof von Hildesheim, erreichte durch eine eiserne Sparpolitik, die ihm bei den Hildesheimern den Spitznamen "Hans Magerkohl" einbrachte, die Wiedereinlösung der stiftischen Burgen. Dieses berechtigte Vorhaben sollte jedoch zum Auslöser der folgenschweren Stiftsfehde (1519 - 1523) werden.

Der letzte Pfandinhaber des Wohldenberges, Aschwin von Bortfeld, öffnete im Jahre 1519 den Braunschweiger Herzögen gegen das Versprechen, sein Pfandrecht zu schützen, die Burg. Sein Verrat sollte sich jedoch bald rächen : Im Jahre 1523, nachdem der Wohldenberg durch die Friedensverhandlungen von Quedlinburg Besitz des Herzogs Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel geworden war, verjagte dieser neue Landesherr die v. Bortfeld, um die Burg an die Herren v. Berner zu vergeben. 1557 bestimmt Herzog Heinrich den Wohldenberg als Wohnsitz für den mit ihm befreundeten Burchard v. Oberg, Bischof von Hildesheim. Bischof Burchard war aufgrund von Zwistigkeiten mit dem Hildesheimer Domkapitel und Bürgern seiner Bischofsstadt gezwungen, sich von 1557 bis 1559 auf den Wohldenberg zurückzuziehen.

Auch unter den veränderten landesherrlichen Besitzverhältnissen blieben die Burg und die Dörfer des Amtes Wohldenberg zunächst katholisch. Zwar hatte die Vertreibung des kath. Herzogs Heinrich d. Jüngeren im Jahre 1542 eine evangelische Kirchenvisitation im Amt zur Folge. Sie führte jedoch noch nicht zum Konfessionswechsel der Bevölkerung. Erst im Jahre 1568 führte Herzog Julius II. kompromißlos die Reformation im Amt Wohldenberg ein. Als der Bischof von Hildesheim im Jahre 1629 durch Entscheid des Reichskammergerichtes seine verlorengegangenen Ämter des sog. Großen Stiftes zurückerhielt, wurde er katholischer Landesherr evangelisch gewordener Untertanen. Das sog. "Normaljahr" von 1624 verbot eine erneute Änderung der Religionszugehörigkeit durch den Landesherrn.

 
Joomla Templates by Joomlashack