Katholische Kirchengemeinde Hubertus Wohldenberg auf Facebook

Nach 1660
Nach der Rückgabe der Ämter des sog. Großen Stiftes an den Bischof von Hildesheim wird im Jahre 1660 wieder ein katholischer Priester auf dem Wohldenberg erwähnt. Die Bevölkerung des Amtes war inzwischen jedoch evangelisch geworden. Die kleine katholische Gemeinde, die nun rund um die Burg entstand, setzte sich zusammen aus der Familie des kath. Drosten von Bocholtz, den der Bischof aus dem Rheinland ins Bistum gerufen hatte, dem Amtspersonal und den Bediensteten der Burg. Hinzu kamen einige katholische Familien aus Sillium, die dort ebenfalls vom Bischof angesiedelt worden waren, oder im Dienst der bischöflichen Domäne standen. Aufgrund des Verlustes sowohl der Kapelle in Sillium, als auch der Holler Kirche für die katholische Gemeinde, wurde nun die Burgkapelle zur Pfarrkirche der Silliumer Katholiken. Eine Zeichnung der Burg, die den baulichen Zustand gegen Ende des 17. Jahrhunderts dokumentiert, zeigt den bescheidenen, aber intakten Bau einer Kapelle auf dem Burghof, während andere Gebäude der Burg noch als Kriegsruinen zu erkennen sind. Daß auf dem Wohldenberg spätestens im Jahre 1665 wieder die heilige Messe gefeiert wurde, beweist ein in diesem Jahre vom Hildesheimer Bischof Maximilian Heinrich gestifteter Meßkelch. Er ist das älteste noch vorhandene Ausstattungsstück der Hubertuskirche.

Die Zahl der katholischen Christen der wiederauflebenden Hubertusgemeinde sowie des gesamten Wohldenberger Amtsbezirkes sollte allerdings gering bleiben: Im Jahre 1703 waren unter den 2839 Einwohnern des Amtes nur 160 Personen katholisch. Auch heute ist die Hubertusgemeinde mit 240 Katholiken eine der kleinsten Gemeinden des Bistums Hildesheim. Im Bereich des ehemaligen Wohldenberger Amtes bestehen heute neben der Hubertusgemeinde die kath. Pfarreien von Sottrum, Grasdorf, Henneckenrode und Bockenem mit insgesamt 3352 Katholiken.

Als fünfter Fürstbischof aus dem bayrischen Herzogshaus wurde im Jahre 1724 Clemens August zum Bischof von Hildesheim gewählt. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits Erzbischof von Köln und Bischof von Münster und Paderborn. Mit Hildesheim und dem später noch dazukommenden Osnabrück war er Souverän von fünf Fürstbistümern. Der preußische König Friedrich II. verspottete ihn daher als "Monseigneur des cinq églises" als den "Herrn von Fünfkirchen". Clemens August hielt sich nur selten in seinem Bistum Hildesheim auf.

 
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